
Nach Auffassung der Landeselterninitiative für Bildung sollte die Landesregierung das Ergebnis des Volksentscheids in Hamburg als Fingerzeig nehmen und gleich alle Kräfte und Mittel in die Verbesserung von Unterricht und Lernen in den Schulen einbringen, statt hartnäckig für ein kümmerliches längeres gemeinsames Lernen mit einem 5. Grundschuljahr Lehrer, Eltern, Schüler, Schulverwaltungen und Schulträger zu beschäftigen.
Sehe man sich Kennzahlen an, die als statistische Informationen zu Aussagen über die Wirkung der saarländischen Schulpolitik herangezogen werden können, dann hätten die Schulen im Saarland dringend und zuerst eine innere Schulreform nötig: mit einem rhythmisierten Ganztagsbetrieb, mit kleineren Klassen, mit mehr Freiheit für alternative Arbeitsformen und größeren Zeitfenstern für Themen und Inhalte, mit einer Differenzierung und Individualisierung des Lernens, mit verbindlichen Förderkonzepten, und nicht zuletzt: mit entsprechender Fortbildung und berufsbegleitender Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer. Das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer für erfolgreicheres Lernen sollte gestärkt werden, und ihre ohnehin knappen Ressourcen sollten nicht in fragwürdigen Strukturveränderungen verpulvert werden.
Die Eltern fragen sich nämlich: Welche Auswirkungen hat ein 5. Grundschuljahr im Schulsystem? Schafft es nur neue Probleme statt bessere Übergänge? Ist es überhaupt geeignet, Übergangsentscheidungen sicherer zu machen, oder verschiebt es diese lediglich um ein Jahr? Kann die notorische Bildungsbenachteiligung auf diese Weise gemildert werden? Welche Mittel und Kräfte würden dafür benötigt? Wären sie nicht besser direkt in die Qualität des Lernens investiert?
Zustimmung findet bei der Elterninitiative eine Änderung der Verfassung, wenn sie verbunden ist mit einer neuen Schulform im Sekundarbereich neben dem Gymnasium, in der ein (echtes) längeres gemeinsames Lernen verwirklicht wird. Eine Differenzierung von Schulformen im Sekundarbereich müsse gewährleisten, dass keine als die schlechtere Wahl oder als Selektion empfunden wird oder dass die Differenzierung nicht zu einer Art Auslese führt. Als Vorbild für eine neue Schulform sehen wir das Konzept des Schengen-Lyzeums.