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Der Saarländische Schulpreis / Qualitätskriterien

Qualitätsbereiche und Qualitätskriterien

Grundlage des Saarländischen Schulpreises ist ein umfassendes Bildungsverständnis, das in sechs Qualitätsbereichen zum Ausdruck kommt: Qualität des Lernens, individuelle Förderung/Umgang mit Vielfalt, Schule als Gemeinwesen, Schulklima, Schule als lernende Organisation und Leistung der Schülerinnen und Schüler. Jede Schule hat ihre lebendige Gestalt. Es geht beim Saarländischen Schulpreis nicht darum, die richtige Schule zu finden, sondern Schulen, die ihre Entwicklung vorangebracht haben, Schulen, die mit dem in den Qualitätskriterien skizzierten Leitbild verwandt sind. Für eine Beteiligung ist es nicht notwendig, dass eine Schule in allen Qualitätsbereichen herausragend ist. Es sind auch nicht nur aktuelle Ergebnisse entscheidend. Der Weg, die Hürden, die eine Schule überwunden und die Unterstützung, die sie erfahren hat, sowie der Ausblick auf ihre weitere Entwicklung und die Ideen, wie auch andere Schulen von dieser Erfahrung profitieren können, sind ebenfalls von Bedeutung.

Die sechs Qualitätsbereiche der Erziehungs- und Bildungsarbeit der Schulen:

1. Qualität des Lernens
Lernen ist weniger nur rezeptiv, fremdgesteuert und einseitig kognitiv gestaltet, sondern mehr als üblich an Erfahrung, (Selbst)Erprobung, Bewährung und Ernstfall gebunden, auch unter Einbeziehung außerschulischer Lernorte. Übung und Systematik ergänzen sich mit Erlebnis und Erfahrung.
Schülerinnen und Schüler übernehmen teilweise selbst die Verantwortung für ihr Lernen.
Der Unterricht und die Arbeit der Lehrenden wird auf Grund neuer Erkenntnisse kontinuierlich verbessert.

2. Individuelle Förderung, Umgang mit Vielfalt
Die Schule erkennt die Individualität der Einzelnen an; sie fördert die Kreativität, Eigenverantwortung und den Eigensinn der Kinder und Jugendlichen. Die Unterrichtsgestaltung ist auf die individuellen Anforderungen der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet.
Die Schule geht produktiv mit den unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen und Leistungsmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler um. Sie trägt wirksam zum Ausgleich von Benachteiligungen bei, aber auch zur sozial-integrativen Anerkennung von Unterschieden.
 

3. Schule als Gemeinwesen
Die Schule ist selbst Vorbild der Gemeinschaft, zu der und für die sie erzieht. Selbständigkeit und Verantwortung, Solidarität und Hilfsbereitschaft, Empathie und Zuwendung werden im Alltag gelebt.
Mitwirkung und demokratisches Engagement, Eigeninitiative und Gemeinsinn werden in der Schule und über die Schule hinaus gefordert und umgesetzt.
Die Schule pflegt pädagogisch fruchtbare Beziehungen zu außerschulischen Personen und Institutionen (z.B. sind Träger der Jugendhilfe und sozialen Arbeit, sportlich und kulturell tätige Vereine, ansässige Berufe und Betriebe, Künstler usw. einbezogen).

4. Schulklima
Das Klima der Schule ist von gegenseitigem Respekt, Lernfreude und Anstrengungsbereitschaft geprägt. Eltern bringen sich besonders ein. Die Schule  ist einladend, freundlich und anregend gestaltet. Ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche den ganzen Tag über gern und gut leben und lernen können, an dem Lehrer gern arbeiten, zu dem Eltern gern hingehen. Ein Ort, der für die Menschen und ihre Bildung Wertschätzung ausdrückt.
 
5. Schule als lernende Organisation
Mit dem gleichen Ernst lernt die Schule selbst und arbeitet selbständig an sich, wie sie es den Kindern und Jugendlichen vermittelt. Sie hat neue und ergebnisorientierte Formen von Zusammenarbeit sowie Management etabliert und fördert Motivation und Professionalität ihrer Lehrenden planvoll.

6. Leistung
Die Schule erzielt - gemessen an ihrer Ausgangslage - besondere Schülerleistungen in den Grundfächern (Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen),  in Naturwissenschaften, im musisch-künstlerischen Bereich (z.B. Theater, Kunst, Musik oder Tanz), ggf. in Gesellschaftswissenschaften, im Sport oder in anderen wichtigen Bereichen (z.B. Projektarbeit, Wettbewerbe). Die Schülerinnen und Schüler können im Team arbeiten und Arbeitsergebnisse mit Medien präsentieren.


Wir brauchen Schulen, in denen Kinder und Jugendliche alle wichtigen Bildungserfahrungen machen, alle ihre Fähigkeiten und Begabungen entwickeln können.

Wir brauchen Schulen, in denen Kinder und Jugendliche erfahren, dass ihr Lernen hilfreich begleitet, ihre Arbeit wertgeschätzt, ihre Leistung gesehen und gewürdigt wird.

Wir brauchen Schulen, die an sich selbst hohe Anforderungen stellen, sich an den eigenen Maßstäben orientieren und an ihnen ihre Arbeit selbstkritisch prüfen.

Wir brauchen Schulen, in denen Kinder lernen, mit Unterschieden zu leben, und in denen sie so angenommen werden, wie sie sind, ohne beschämt oder für ihr Anderssein „bestraft“ zu werden.

Wir brauchen Schulen, in denen die – nach wie vor riesige – Ungleichheit der Bildungschancen so weit wie möglich abgebaut wird.

Wir brauchen Schulen, in denen die Möglichkeiten eines guten Zusammenlebens von Erwachsenen und Heranwachsenden institutionell gesichert sind.

Denn wir wollen, dass unsere Kinder zu lebenszuversichtlichen, verantwortlichen, politikfähigen Bürgerinnen und Bürgern unseres demokratischen Gemeinwesens heranwachsen.


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