Hallo liebe Eltern, Elternsprecher, Schulleiter, Lehrer, Ortsvorsteher,
Orts- und Gemeinderatsmitglieder und alle Saarländer
Gestern war ich in der Kindersegnung in unserer Kirche. Mein Sohn und
viele andere Kinder waren dort, um den Segen zu empfangen. Es ist schon klar,
dass in dieser Zeit die Empfindsamkeit
und Gefühle in solchen Dingen stärker gegenwärtig sind als im normalen
Alltag. Es war eine wirklich sehr schöne und gelungene Messe.
Man merkte die Harmonie und das schöne Gefühl von Weihnachten und
Zufriedenheit.
Doch bei mir hielt dieses Gefühl an diesem Morgen nicht sehr lange an. Als
ich aus der Kirche ging, sah ich auf unsere Grundschule. Ich musste daran
denken, dass unsere Grundschulen eine der Schulen ist, die geschlossen werden
soll.
Gefühle......Verschwunden. Und ein Gefühl von Ungerechtigkeit,
Verzweiflung, Angst und Wut machte sich in mir breit.
Kann man den so einfach einem Ort wegnehmen, was ein Teil von ihm ist?
Kann man die Verantwortung einfach übernehmen und unsere Kleinsten
morgens und mittags durch die Gegend karren und die damit verbunden Gefahren
einfach auf sie draufpacken?
Was bedeutet das für einen kleinen Ort wie den unseren?
Versteht ein 6 Jähriger überhaupt, was von ihm verlangt wird, obwohl er
noch nicht schreiben und lesen kann? Wenn er in einem riesigen Pulk von
Kindern, die keine Rücksicht auf kleinere nehmen, den Überblick verliert?
Wie viel ist eine Verschlechterung unserer Bildungspolitik wert? Sind
unsere Kinder es Wert?
Wer gibt Ihnen die Zeit zurück, die sie für den künftigen längeren Weg zur
Schule hin und zurück verschwenden?
Große Klassen, riesige Schulen, was macht da schon ein kleiner Mensch. Große
Klassen, in denen niemand mehr Zeit hat für lernschwache Kinder, Ausländer, die
noch nicht richtig Deutsch sprechen, geschweige denn lesen können.
Große Klassen sind keine Verbesserung, sie erreichen das Gegenteil.
Wer redet von Optimierung, wenn sie auf den kleinsten unserer
Gesellschaft lastet?
Pisa Studie, nimmt die denn keiner wahr?
Was muss noch geschehen, um unserer Bildungspolitik im Lande ein
einlenken zu geben?
Werden wir irgendwann durch das Sparen an falscher Stelle unseren Status
in der Industrie noch erhalten können? Fragen sie in den Betrieben nach, wie
der Bildungsstandart ist!
Wer gibt den Eltern das Gefühl von Sicherheit, wenn ein kleines Kind nur
noch ein kleiner Teil vom Großen ist?
Wer passt auf, wenn unsere Kinder in der großen Welt alleine dastehen?
Wer an unseren Kindern spart, kann nicht noch Geld für die Sicherheit
ausgeben.
Was geschieht mit den Orten?
Welche Familie baut den in einen Ort ein Haus, in dem es keine Schule
gibt.
Glauben die Politiker im Ernst, dass eine Qualitätsverbesserung erzielt
werden kann, wenn gespart wird? Unsinn! Wer spart, hat kein Geld für irgend etwas.
Wer glaubt diesen Darstellungen? Ich hoffe niemand, denn dem ist gewiss
nicht so.
Fragen sie Pädagogen, Experten, neutrale Personen! Niemand gibt denjenigen
Recht, die diese Einsparmassnahmen als Verbesserung – nein, sogar als
Qualitätsverbesserung verkaufen wollen!
Kleine Kinder - kleine Schulen, kurze Beine - kurze Wege. Ist das so
schwer zu verstehen?
Sind das etwa Maschinen die hier eine Qualitätsverbesserung erfahren,
die in einer großen Firma stehen um Personal einzusparen...
NEIN es sind kleine lebendigen Wesen ... ES SIND UNSERE KINDER,UNSERE
ZUKUNFT;.... künftige Ingenieure, Lehrer, Beamte, Ärzte, Pfleger, ja sogar
Politiker (gingen die nicht auch mal zur Grundschule) man sollte es kaum
glauben!
Was wird das Nächste sein, schließen wir als nächstes Turnhallen,
Kindergärten, Feuerwehren, Rotes Kreuz, THW, Vereine........
Machen sie sich Gedanken, welche Auswirkung es auf Sie, auf Ihre Gemeinde,
auf ihren Kreis haben wird.
Nehmt uns nicht die Herzen und Seelen unserer Dörfer!
Lasst uns unsere Grundschulen.
Aus Fehlern lernt man.....H. Schreier, zeigen Sie uns dass Sie lernen,
bevor Sie einen Fehler machen.
Ein Bürger aus dem Saarland