
Nach Auffassung der Landeselterninitiative für Bildung bestätigt die in der vergangenen Woche vorgestellte Sozialstudie Saar die Vergleiche, die die Initiative in der Vergangenheit immer wieder angestellt hat: das Saarland ist eine bildungssarme Region. Deshalb geht es in der Bildungspolitik nicht in erster Linie um Veränderungen in der Schulstruktur.
Die Landeselterninitiative für Bildung begrüßt im Bildungsprogramm den durchgängig erkennbaren Ansatz zu mehr individueller Förderung an den Schulen. Sie kritisiert aber, dass anders als bei den Grundschulen eine Differenzierung und Individualisierung des Lernens bei den weiterführenden Schulen nicht vorgesehen ist und Förderung dort nur "außerhalb des regulären Pflichtunterrichts" angeboten werden soll. Gerade an den weiterführenden Schulen, insbesondere den Gymnasien, muss es Pflichtfach für Lehrer werden, die Kinder nach ihrem individuellen Lern- und Leistungsvermögen zu fördern und fordern. So hat die Erfolgsgeschichte Finnlands begonnen.
Mit den Schülerinnen und Schülern im Saarland hat am letzten Schultag vor den Ferien auch Ministerpräsident Peter Müller ein Zeugnis bekommen. Überbracht von der Landeselterninitiative für Bildung. Sein Zeugnis fällt schlecht aus; die Landesregierung "wird nicht versetzt", denn die schulische Bildung im Saarland ist im Zeugnis mit "mangelhaft" bewertet.
1. Preisträgerin des diesjährigen Saarländischen Schulpreises ist die Grundschule Saarbrücken Am Ordensgut. Die Jury würdigte die Schule bei der Festveranstaltung am Dienstag dieser Woche (23.6.2009) in der Saarbrücker Congresshalle für ihre herausragende pädagogische Leistung.
Mit Unterstützung des Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit hat die Landeselterninitiative für Bildung inzwischen erreicht, dass die Landesregierung die Gutachten "renommierter Fachdidaktiker" über die Lehrpläne der Fächer Mathematik, Deutsch, Erste Fremdsprache (Englisch, Französisch), Biologie, Chemie und Physik des G 8 im Saarland am 18. Juni 2009 zur Verfügung gestellt hat. Das Urteil der Gutachter fällt harsch aus und bestätigt die unmittelbaren Eindrücke der Elternschaft der G 8-Schüler: die Lehrpläne sind überfrachtet und kaum kompetenzorientiert.